6 Signale dafür, dass du ausgebrannt und nicht faul bist

Warum verbringst du in letzter Zeit scheinbar die meiste Zeit im Bett, liegst und tust nicht viel? Bist du jemand, der schnell müde wird und keine Lust hat, etwas zu tun? Bezeichnest du dieses Verhalten als reine Faulheit und nichts weiter? Tatsächlich gibt es viele Überschneidungen zwischen Faulheit und Burnout, so dass es schwierig sein kann, zwischen den beiden zu unterscheiden.

Burnout ist ein negativer Zustand der emotionalen, körperlichen und geistigen Erschöpfung, der durch übermäßigen Stress und die Unfähigkeit, diesen zu bewältigen, verursacht wird. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2010 haben allein in den Vereinigten Staaten etwa 75% der Erwachsenen Symptome von Burnout erfahren, wobei über 40% der Fälle schwerwiegender sind. Heute ist es wichtiger denn je, aufzuklären und das Wesen von Burnout besser zu verstehen. In diesem Sinne findest du hier sechs Signale dafür, dass sich bei dem, was du gerade erlebst, nicht um Faulheit, sondern um Burnout handelt.

1. Du fühlst dich von allem abgekoppelt

Gehst du jeden Tag wie auf Autopilot durch den Trott? Hast du das ständige Gefühl, von dir selbst abgekoppelt zu sein? Wenn du unter Burnout leidest, ist eines der Dinge, die du vielleicht erlebst, aber nicht ganz erkennen oder verstehen kannst, Depersonalisierung.

Menschen, die unter Depersonalisation leiden, am häufigsten diejenigen, die mit einem Trauma zu kämpfen haben, berichten, dass sie eine seltsame Art von emotionaler Taubheit oder Leere empfinden, als ob sie das Leben von außen betrachten würden.

Sie fühlen sich nicht mehr wie sie selbst, sie fühlen sich durch nichts angesprochen und kämpfen ständig mit dem überwältigenden Gefühl der Hilflosigkeit und der Unfähigkeit, die Kontrolle über ihr Leben zurückzuerlangen.

2. Du warst früher motiviert

Faulheit ist eine Charaktereigenschaft. Und Charaktereigenschaft neigen dazu, im Laufe der Zeit stabil zu bleiben. Eine faule Person hat nie Lust, sich anzustrengen oder etwas zu tun. Wenn du aber früher selbst motiviert und leistungsstark warst und in bestimmten Bereichen oft überragende Leistungen erbracht hast und erst in letzter erschöpft, apathisch und unmotiviert bist, dann ist es wahrscheinlicher, dass du an Burnout leidest und nicht an Faulheit, wie die meisten Leute denken würden.

3. Du warst einmal leidenschaftlich

Ein deutlicher Unterschied zwischen jemandem, der ausgebrannt ist, und jemandem, der faul ist, besteht darin, dass Erstere früher Dinge hatten, für die sie sich begeistern konnten, die ihnen jetzt aber vielleicht nicht mehr so viel Spaß machen.

Ganz gleich, ob es sich um ein Talent, eine Sportart oder einfach nur um deine schulischen oder beruflichen Leistungen im Allgemeinen handelt, ein Burnout kann dazu führen, dass es dir schwer fällt, die Dinge zu tun, die du einst geliebt hast oder für die du dich begeistern konntest.

Vielleicht hasst du sie sogar, oder nimmst es ihnen übel, weil sie dich überanstrengt und an den Rand der Belastbarkeit gebracht haben.

4. Du bist launisch und reizbar geworden

Bist du plötzlich bissig und leicht reizbar? Fühlst du dich in letzter Zeit of emotional unkontrolliert und du weißt nicht, warum? Launenhaftigkeit und Reizbarkeit sind häufige, aber oft übersehene Anzeichen für Burnout.

Wenn du also Schwierigkeiten hast, deine Emotionen zu kontrollieren, vor allem, wenn dies früher nie ein Problem für dich war, könnte dies der Grund dafür sein. Faule Menschen hingegen stehen in krassem Gegensatz dazu, denn sie sind oft sehr entspannt, gelassen, ruhig und unbeeindruckt von den Dingen.

5. Du hast deine Selfcare vernachlässigt

Eines der beunruhigendsten Warnzeichen dafür, dass jemand emotional und körperlich ausgebrannt sein könnte, ist, wenn du anfängst, deine Selfcare zu vernachlässigen und dich sozial von anderen zurückziehst. Es gibt beunruhigende Veränderungen in deinem Ess- und/oder Schlafverhalten.

Du gibst dir keine Mühe mehr, dich zu pflegen oder gut auszusehen, und du neigst dazu, die meiste Zeit allein zu verbringen und nichts zu tun, weil du selbst bei den einfachsten Aufgaben schnell erschöpft bist. Der Unterschied zwischen Ausgebranntsein und Faulheit besteht darin, dass du nicht immer so warst.

6. Diese Veränderungen erfolgten schrittweise

Zu guter Letzt, aber vielleicht am wichtigsten, du solltest wissen, dass sich Burnout in Phasen entwickelt. All die zuvor genannten Punkte – Verlust des Interesses und der Motivation, vor allem bei Dingen, die wir früher geliebt haben, das Gefühl, von sich selbst und von allem um einen herum abgekoppelt zu sein, sozialer Rückzug und Vernachlässigung der Selfcare – treten nicht einfach über Nacht auf.

Studien zeigen, dass es tatsächlich fünf Hauptstadien des Burnout gibt, die jeweils einen zunehmenden Schweregrad aufweisen: Die Flitterwochenphase, das Auftreten von Stress, chronischer Stress, Burnout und gewohnheitsmäßiges Burnout.

Bei vielen Menschen treten die ersten Symptome bereits in der zweiten Phase auf, wenn die Belastung noch moderat ist, aber Optimismus, Interesse, Motivation und Leistung bereits nachlassen. Und wenn du die fünfte und letzte Phase erreicht hast, hat sich Burnout bereits so sehr in deinem Leben verankert, dass die anhaltende geistige und körperliche Erschöpfung intensiver und schwieriger zu behandeln ist und du anfälliger für die Entwicklung von Depressionen und Angstzuständen wirst.

Wenn du die Signale von Burnout frühzeitig erkennst, ist es für dich umso leichter, Hilfe zu bekommen dich davon zu erholen. Deshalb ist es so wichtig, das Bewusstsein für Burnout zu schärfen, anstatt es einfach als Faulheit abzutun, wie es die meisten Menschen tun.

Wenn du oder jemand, den du kennst, an einem mentalen oder emotionalen Burnout leidet, zögere bitte nicht, sich an eine Fachkraft für psychische Gesundheit zu wenden und mit ihr darüber zu sprechen.

Hinterlasse unten gerne einen Kommentar mit deinen Gedanken, Erfahrungen und Vorschlägen und teile den Beitrag mit denjenigen, die mit dem Burnoutsignalen zu kämpfen haben.

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